Glutenintoleranz

Die Glutenintoleranz ist, wie oben bereits erwähnt, die Unverträglichkeit gegenüber dem Gluten. Dieses ist enthalten in Weizen, Roggen, Dinkel, Grünkern, Triticale, Kamut und Emmer. Diese Getreidesorten sind ebenfalls in vielen Fertigprodukten enthalten, oft in versteckter Form.

Rund 0,5% der deutschen Bevölkerung leiden unter der Autoimmun-Erkrankung Zöliakie. Ca. 75% der Bevölkerung reagieren allerdings mit  einer Unverträglichkeit auf Gluten. Also 3 von 4 Menschen reagieren mit Beschwerden auf das Gluten!

Wie auch bei den anderen Intoleranzen, wie der Laktoseintoleranz oder der Fruktoseintoleranz, liegt eine der Ursachen der Glutenintoleranz in der zugeführten und aufgenommenen Menge.

Gluten ist das Klebereiweiß, welches in vielen Getreidesorten, im Speziellen in den Süßgräsern, enthalten ist. Gluten wird als Eiweiß in unserem Körper nicht gebraucht, es spielt lediglich beim Backen eine klebende Rolle für die Backqualität.

Kohlenhydratreiche Ernährung ist eine Zivilisations-Erscheinung der heutigen Zeit. Das schnelle Brötchen vom Bäcker, oder die Zimtschnecke, das Croissant. Diese Produkte sind so einfach ohne große Zubereitung – to-go – zu essen, daher werden sie schlicht in zu großen Mengen verzehrt.

Und so, wie das Gluten das Brot „verklebt“, verklebt es leider auch unseren Darm. Es legt sich sinnbildlich über die Schleimschicht in unserem Darm und führt dazu, dass die Nahrung quasi darüber hinweggleitet und die gesunden Bakterien keine Chance mehr haben die Nahrung angemessen zu verdauen und wertvolle Stoffe aus ihr zu ziehen.

 

Welche Symptome treten auf bei einer Glutenintoleranz?

Bestandteile des Glutens haben die Fähigkeit gewisse Rezeptoren für andere Stoffe im Körper zu blockieren, sodass deren Aufnahme gemindert oder sogar verhindert wird.

Durch die zusätzliche „Kleber“-Schicht, die das Gluten auf der Schleimhaut darstellt, wird insgesamt zu wenig von fast allem aufgenommen. Es kommt demnach zu Mangelerscheinungen.

 

In erster Instanz macht die Glutenintoleranz folgende Symptome

  • Müdigkeit
  • Krankheitsgefühl
  • Diarrhoe
  • Bauchschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Blähungen
  • Knochenschmerzen
  • Wachstumsstörungen
  • Ausbleiben der Regel
  • Reizdarm
  • Migräne/ Kopfschmerzen

 

Durch die in Folge mangelhafte Aufnahme an Vitaminen und Mineralstoffen, kann es zu einer Reihe weiterer Beschwerden kommen, wie etwa

  • Beeinträchtigung der peripheren Nervenleitfähigkeit (Kribbeln in den Händen, trockene Hautpartien an Armen und Beinen, Nervenschmerzen, etc.)
  • Perniziöse Anämie (durch Vitamin B Mangel)
  • Nachtblindheit (Vitamin A Mangel)
  • Blutungsneigung (Vitamin K Mangel)
  • Osteomalazie, Osteoporose (Vitamin D und Calcium Mangel)
  • Muskelkrämpfe (Magnesium, Kalium, Kupfer Mangel)
  • Ödeme (Proteine)
  • Wachstumsstörungen
  • Menstruationsstörungen, Impotenz
  • Fehlgeburten
  • Rheuma

 

Zusätzlich wird inzwischen anhand von Studien ein Zusammenhang zwischen Glutenunintoleranz und folgenden Erkrankungen gesehen

  • Auto-Immun-Erkrankungen (Multiple Sklerose, Hashimoto, etc.)
  • Dermatitis herpetiformis Duhring
  • Schilddrüsen-Erkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Kollagenosen
  • Lebererkrankungen
  • Laktoseintoleranz
  • Chronisch-entzündliche-Darmerkrankungen (dazu zählen u.a. Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa)
  • Neurologisch-psychatrische Krankheitsbilder: Depressionen, Psychopathien, Enzephalopathien, Epilepsie etc.
  • Arthritis

Es wird somit mehr als deutlich, was Gluten im Körper alles verursachen kann!

 

Wie kann ich feststellen, ob ich eine Glutenintoleranz habe?

Zuerst einmal können Sie testweise glutenhaltige Lebensmittel aus Ihrem Ernährungsplan streichen und schauen, ob Ihre Beschwerden eine Verbesserung erfahren.

Es gibt natürlich eine Reihe von Blut- sowie Stuhluntersuchungsparametern, die Aufschluß geben können, ob eine Glutenintoleranz vorliegt oder nicht.

 

Wie behandelt man eine Glutenintoleranz?

Die Behandlung besteht vorrangig natürlich im Weglassen glutenhaltiger Lebensmittel.

Man muß sich vor Augen führen, was das Gluten – v.a. wenn es im Übermaß zu sich genommen wird – alles bewirken kann. So oder so sind also glutenhaltige Lebensmittel nicht zu empfehlen.

Ich empfehle in jedem Fall eine Darmsanierung zu machen. Sie entlastet den Körper von Schlacken und Giften, baut die natürliche Schleimhautbarriere wieder auf, stärkt das Immunsystem und führt dazu, dass Nahrungsmittel im Allgemeinen wieder verträglicher werden.

Eine Glutenintoleranz wird damit nicht beseitigt werden können, aber das Fundament wird durch eine Darmsanierung gelegt und wieder aufgebaut und gerade bei entzündlichem Geschehen ist dies mehr als empfehlenswert.

 

2 Comments

  1. Julia 9. August 2012 um 20:30 Uhr - Antworten

    Wie sieht so eine Darmsanierung bei Ihnen denn aus?

    Cool, dass Sie sich so damit auseinandersetzen. Ich bin selber auch betroffen und kann noch zwei weitere Seiten empfehlen:

    Hier kann man so Reisezettel downloaden – die Seite scheint aber recht neu zu sein… kommt bestimmt noch mehr Inhalt rein.
    http://www.glutenfreeroads.com/de/glutenfreie-reisetipps/

    Und die Seite hat auch eine Navigations-Sparte mit Glutenunverträglichkeit:
    http://www.nahrungsmittelunvertraeglichkeit-1.de/gluten/glutenunvertraeglichkeit/

    Viele Grüße
    Julia

    • admin 10. August 2012 um 06:57 Uhr - Antworten

      Hallo Julia,

      vor einer Darmsanierung wird ein langes Aufnahme-Gespräch geführt, in dem alles besprochen wird, was in der Vergangenheit an Erkrankungen und Beschwerden gewesen ist. Dann wird in der Regel eine Stuhluntersuchung gemacht um eine Basis zu haben, exakt therapieren zu können. Bei mir gibt es keine Darmspülungen, sondern ich verordne, nach dem Stuhlbefund, die exakt passenden Mittel, wie z.B. Laktobazillen-Präparate oder auch anti-entzündliche Präparate, etc. Diese Präparate werden insgesamt über einen Zeitraum von ca. 3-6 Monaten – manchmal auch länger – je nach Chronizität, eingenommen. Alle 4-6 Wochen kommt man wieder zu mir, damit zwischendurch immer wieder eine Bestandsaufnahme stattfindet und ich sehen kann, ob noch ein weiteres Mittel hinzukommt oder vielleicht eines schon ausgedient hat.

      Danke, für die Seiten-Tipps. :)

      Liebe Grüße
      Julia

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