Wie kann ich meine Verdauung fördern?

Die Fragen rundum das Thema Verdauung fördern begegnen einem als Therapeut sehr häufig. Entweder der Patient selbst kommt mit einer solchen Frage bzw. diesem Wunsch in die Behandlung oder aber nach Vorlage von Befundergebnissen aus Blut-/  Stuhluntersuchungen wurde deutlich, dass der Stoffwechsel träge ist und es angezeigt wäre, die Verdauung zu fördern. So oder so bleibt die Frage nach dem „wie“. Wie kann ich also meine Verdauung fördern, was kann man tun?

Zuerst einmal : Verdauung: was ist das, wie funktioniert das überhaupt und wer ist daran beteiligt?

Die Verdauung unserer Nahrung/ Speise beginnt bereits im Mund. Hier wird vorverdaut durch Stoffe, wie z.B. Enzyme, die im Speichel vorhanden sind. Vor allem die Kohlenhydrate werden hier vorverdaut. Wichtig ist allerdings auch das ausreichende Kauen, sprich: Zerkleinern der Speise.

Optimalerweise gelangt dann die Speise als Brei in den Magen, dort geht es weiter mit der Verdauung. Im Magen werden v.a. Eiweiße so bearbeitet, dass sie im weiteren Verlauf besser oder überhaupt aufgenommen werden können. Der Magen braucht einen gewissen pH-Wert, um seinen Aufgaben nachgehen zu können.

Dann gelangt der saure Speisebrei in den Dünndarm.

Der Dünndarm ist jedoch eher basisch. Demnach muß also der saure Speisebrei im pH-Wert angepasst werden. Dies geschieht normalerweise schon allein durch den Bauchspeichel und die Galle, die von der Bauchspeichdrüse und der Leber/Gallenblase durch eine Verbindung an den Dünndarm abgegeben werden und zur Verdauung hinzukommen.

Der Bauchspeichel und die Galle dienen aber nicht nur zur Anpassung des pH-Wertes, sondern auch der Verdauung von Eiweißen, Fetten und auch Kohlehydraten.

Der Rest der Verdauung wird von unserer Darmflora – also den Keimen, Bakterien etc., die den Darm besiedeln vollzogen. Diese sorgen einerseits für den optimalen pH-Wert, damit Enzyme und auch unsere Bakterien im Darm überhaupt richtig funktionieren und arbeiten können, andererseits verstoffwechseln sie unsere Nahrung, zersetzen sie, sodass über die Darmschleimhaut die kleinsten Stoffe aufgenommen werden können.

 

Wann und warum sollte ich meine Verdauung fördern?

Wenn die Verdauung nicht richtig funktioniert bzw. abläuft, dann kann es zu  Beschwerden kommen wie z.B.:

  • Müdigkeit (nicht nur nach dem Essen, sondern generell)
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Blähungen, Blähbauch, gespannter Bauch
  • Bauchschmerzen
  • Lebervergiftungserscheinungen
  • Hautproblemen
  • Geschwächtem Immunsystem
  • wiederkehrende Infekte (der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes, der Harnwege, Blase, etc.)
  • Auto-Immun-Erkrankungen
  • usw. usf.

Um also solchen Symptomen vorzubeugen oder auch die Besserung solcher Beschwerden zu unterstützen, wäre es empfehlenswert in jedem Fall Ihre Verdauung zu fördern.

 

Wie kann ich nun meine Verdauung fördern?

Hier die Dinge, die Sie tun können, um Ihre Verdauung zu fördern:

  1. Essen Sie langsam
  2. Kauen Sie ausreichend, sodass die Nahrung zu einem Brei zerkleinert und vernünftig eingespeichelt wird
  3. Trinken Sie nicht zu viel bzw. nichts während des Essen
  4. Essen sie regelmäßige zu bestimmten Zeiten, sodass Ihr Stoffwechsel schon weiß, wann er wieder Verdauungssäfte produzieren muß
  5. Essen Sie 4-6 Stunden zwischen den Mahlzeiten nichts, damit der Stoffwechsel ausreichend Zeit hat alles zu verdauen
  6. Nehmen Sie die letzte Mahlzeit 3 Stunden vor dem Schlafengehen zu sich, damit nicht im Schlaf verdauut wird, sondern der Körper den anderen, wichtigen Aufgaben nachgehen kann
  7. Trinken Sie ausreichend, denn zu wenig Flüssigkeit kann zu Verstopfungen führen und auch dazu, dass nicht ausreichend Schleim auf der Schleimhaut aufgebaut werden kann

Alle weiteren Tipps finden Sie in einem PDF, das ich zusammengestellt habe zum Downloaden im Downloadbereich oder klicken Sie einfach hier.

Therapeutisch wird anhand von Anamnese-Gespräch, Stuhl- und Blutuntersuchungen geschaut, wie gut die Verdauungssäfte fließen und zur Verdauung bereitstehen. Ein Missverhältnis kann dann mit Hilfe von pflanzlichen Mitteln ausgeglichen werden. Da gibt es z.B. für die Leber/ Galle solche Pflanzen wie die Artischocke, den Löwenzahn, Erdrauch oder auch Curcuma, für die Bauchspeicheldrüse solche schöne Pflanzen wie die Wegwarte, Harongabaum oder auch der Löwenzahn und für den Magen gibt´s die Engelwurz, Enzian oder auch andere Bitterstoffe. Des Weiteren ist die Verdauung, der Stoffwechsel natürlich auch abhängig davon wie gut Ihr Körper mit Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen versorgt ist. Fehlen Stoffe im Körper, so können Stoffwechselvorgänge nicht richtig ablaufen. Und so weiter und so fort…..

Auch die Ernährung hat natürlich seine Einflüsse auf die Verdauung, also was Sie essen und in welchen Mengen.

Ebenso können z.B. Probiotika zusätzlich die Darmperistaltik steigern und den pH-Wert im Darm positiv beeinflussen, was die Verdauung fördern kann.Für genauere Informationen zu einer Darmsanierung, bzw. Behandlung des Darmes kontaktieren Sie mich bitte.

Was in welcher Form und Menge jemandem verordnet wird oder zu empfehlen ist, das wird in einem Einzeltermin besprochen und untersucht. Es unterscheidet sich natürlich von Mensch zu Mensch ganz individuell und kann nicht pauschal beantwortet werden.

Noch eine Anmerkung, wie immer zum Schluß:

Der psychische Aspekt zum Thema „Verdauung“ sollte natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Rüdiger Dahlke schreibt darüber z.B. eine Menge. Es geht um Fragen, wie z.B.:

  • Was möchten/ können Sie nicht verdauen?
  • Gibt es ein Ereignis, eine Erfahrung, das Sie noch nicht richtig verdaut haben?
  • Haben Sie Schwierigkeiten etwas zu verarbeiten?
  • Gibt es vielleicht zu viele Einflüsse, Sinneswahrnehmung oder was auch immer, so dass Sie auf Ihre Art und Weise zu viel auf einmal verarbeiten/ verdauen müssen?
  • Haben Sie noch an irgendwas „zu knabbern“?

 

 

Von | 2016-10-23T12:18:23+00:00 13. September 2012|Aktuelles, Blähungen, Blogartikel, Darmsanierung, Durchfall, Verstopfungen|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Ellen 28. Mai 2016 um 13:10 Uhr - Antworten

    Interessanter Beitrag, habe einiges an Wissen wieder auffrischen können. Was dem Darm auf jeden Fall auch gut unterstützt, das ist die richtige Sitzposition auf unseren Toiletten für eine optimale Darmentleerung. Anatomisch sind wir Menschen für den Hockgang ausgerichtet und geeignet. In der Hocke sitzen wir im geeigneten Entleerungswinkel, in dem wir uns schnell, schmerzfrei und vor allem gründlich entleeren können. Mit einem speziellen Toilettenhocker kann die Hocke als Sitzhaltung problem- und beschwerdefrei eingenommen werden. Mit der ganz natürlichen Hocke beugen wir zahlreiche Darmkrankheiten vor.

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