Leaky Gut Syndrom – das Problem des zu durchlässigen Darmes

Das Leaky Gut Syndrom bezeichnet einen Darm, der durch unterschiedlichste Faktoren zu durchlässig geworden ist. Wie es dazu kommen kann, was dies für Beschwerden und Folgen mit sich bringt und was man dagegen tun kann, möchte ich hier im Folgenden etwas näher erläutern.

 

Was bedeutet Leaky Gut Syndrom?

Der Darm besteht im Groben aus 4 Strukturen:

  • die Darmflora – die sich aus unterschiedlichsten Keimstämmen zusammensetzt
  • der Schleim – der sich auf der Schleimhaut befindet
  • die Schleimhaut
  • das Darm-assoziierte-Immunsystem

Alle vier Strukturen sind im Ende beteiligt an einem Leaky Gut Syndrom.

Im „gesunden Zustand“ ist die Darmflora dafür zuständig sowohl einerseits den Nahrungsbrei weiter zu verdauen und zu zersetzen, als auch einen gewissen pH-Wert aufrecht zu erhalten, so dass krankmachende Keime sich nicht ansiedeln oder gar wachsen können.

Durch den Schleim, der sich auf der Schleimhaut befindet, wird die Schleimhaut geschützt vor reizenden Stoffen und eine erste Abwehr findet durch das sogenannte sekretorische Immunglobulin A (sIgA) statt.

Die Schleimhaut selbst hat vielerlei Aufgaben, sie besitzt z.B. Zellen, die Schleim produzieren, Zellen, die im Kreislauf der Immunabwehr tätig sind und Zellen, die für die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen verantwortlich sind.

Zwischen den Zellen der Schleimhaut gibt es sogenannte Zellzwischenräume. Hier gibt es quasi Pforten (tight junctions), die nur für gewisse Stoffe geöffnet werden können und sollen, damit diese bewusst und kontrolliert in den Organismus gelangen.

Bei einem Leaky Gut Syndrom ist der Darm – genauer gesagt die Darmschleimhaut – durchlässiger geworden und es gelangen bildlich gesprochen Stoffe durch die Schleimhaut ins System, die dort im gesunden Zustand keinen Einlass finden. Dies geschieht vor allem durch die Pforten, die durch bestimmte Substanzen offen gehalten werden können. Diese unkontrolliert einfließenden Stoffe reizen in der Folge das Immunsystem, fördern die Entzündungsbereitschaft des Körpers und es kommt in weiterer Folge zu mehr und mehr Problemen, die sich in Form von unterschiedlichen Beschwerden im ganzen Körper zeigen können.

 

Wie kommt es zu einem Leaky Gut Syndrom?

Durch Ablagerung oder Reizung der Schleimhaut durch verschiedenste Stoffe kommt es in Folge zu entzündlichen Bereichen in der Schleimhaut und zu oben genanntem Geschehen des Leaky Gut Syndroms.

Folgende Faktoren können u.a. bei der Entstehung eines Leaky Gut Syndroms eine Rolle spielen:

  • Schädliche/reizende Substanzen, wie
  • Farb- und Konservierungsstoffe in der Nahrung
  • Schwermetalle, die in Zahnmaterialien, in Fertigprodukten der Nahrung, sowie in Kosmetikartikeln oder auch teilweise in Medikamenten enthalten sein können
  • Medikamente – auch Chemotherapie
  • Seifenstoffe (z.B. Geschirrspülmittel), die dafür sorgen, dass der Schleim auf unserer Schleimhaut abgebaut wird und die Schleimhaut folglich weniger geschützt ist
  • Alkoholische Getränke
  • Nikotin
  • Glutenhaltige Lebensmittel (die Menge macht´s…)
  • Stress in jeglicher Form
  • Eine veränderte Zusammensetzung/ Besiedelung der Darmflora
  • Zu wenig Schleim auf unserer Schleimhaut
  • Ein Vitamin-/Mineralstoff-Mangel (da alle Strukturen des Darms/ des Körpers diese benötigen zum Funktionieren)
  • Anderweitige Entzündungen/Erkrankungen im Körper
  • Luftverschmutzung
  • Belastetes Trinkwasser (mit Hormon- oder auch Antibiotika-Resten)
  • Chronischer Bewegungsmangel
  • Das Zuführen von Nahrungsmitteln, auf die derjenige allergisch oder unverträglich reagiert

Die Entstehung eines Leaky Gut Syndroms passiert nicht von einem Tag auf den anderen. Der Körper ist durchaus in der Lage viele Faktoren auszugleichen oder im System aufzufangen. Die Menge, das Übermaß, die chronischen Belastungen stellen das Problem dar. So häufen sich die Probleme an und langsam, nach und nach entstehen dann die größeren Probleme, wie ein Leaky Gut Syndrom.

 

Welche Beschwerden verursacht ein Leaky Gut Syndrom?

Die Beschwerden eines solchen Syndroms können u.a. folgende sein:

  • Blähungen
  • Verstopfungen
  • Durchfall
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • wiederkehrende Infekte – auch Harnwegsinfekte
  • Allergien
  • Nahrungsmittelallergien und –Unverträglichkeiten
  • Entzündungen im Körper
  • Gelenkschmerzen, Gelenkentzündungen
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Angstzustände
  • andere psychische Störungen
  • Müdigkeit, Kraftlosigkeit, (Muskel)-Schwäche
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • hormonelle Störungen
  • Kopfschmerzen, Migräne

 

Was kann man tun, um ein solches Leaky-Gut-Syndrom zu verbessern, aufzuheben oder ihm vorzubeugen?

Einerseits gilt es ein wenig auf die Ernährung zu achten. Hier spielen Gluten-haltige Lebensmittel vor allem ein große Rolle. Gluten, das Klebereiweiß vieler Getreidesorten, „verklebt“ bildlich gesprochen ebenfalls unseren Darm, legt sich so über die Schleimhaut, dass der Nahrungsbrei elegant darüber hinweg gleitet und es zu Mangelzuständen kommt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass immer auf das gesunde Mittelmaß geachtet werden sollte, was die Ernährung angeht. Ein „Zuviel“ von egal was, ob nun Kohlenhydrate, Fette oder Eiweiße, ist niemals gesund und kann immer Probleme verursachen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder gar –Allergien sollten auch Beachtung finden durch entsprechende Laboruntersuchungen zum Beispiel. Denn lässt man eine zeitlang die Nahrungsmittel weg, auf die derjenige unverträglich reagiert, so nimmt man dem Körper diese permanenten zusätzlichen Reize, die schlicht eine zusätzliche Belastung darstellen.

Es sollte weiterhin ausreichend getrunken werden. Die Menge ist von Person zu Person unterschiedlich. Getrunken werden sollte v.a. stilles Wasser, optimalerweise Quellwasser und nicht Leitungswasser und noch dazu aus Glasflaschen und nicht aus Plastikflaschen.

Und dann sollte therapeutisch eine Darmsanierung erfolgen. Hierbei empfehle ich stets eine ausführliche Stuhluntersuchung vorweg zu machen, sodass individuell und zielgenau behandelt werden kann. Zu einer Darmsanierung in meiner Praxis zählen keine Spülungen, sondern es werden probiotische, präbiotische, pflanzliche oder homöopathische Medikamente eingenommen, die sowohl die 4 Schichten des Darmes behandeln, als auch die Verdauungsorgane – Magen, Bauchspeicheldrüse und Leber/Galle – miteinbeziehen.

Über eine Entgiftung des Systems wäre auch von Fall zu Fall nachzudenken, jedoch sollte meiner Ansicht nach immer zuerst der Darm behandelt werden und später können dann die übrigen Strukturen des Entgiftungsapparates mit hinzukommen.

 

Ein Kommentar

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